Methodisches Vorgehensmodell: Gewichtung der Anforderungen

Sind die Anforderungen analysiert, sollten sie im nächsten Schritt gewichtet werden. Heute möchte ich Ihnen eine Analysemethode vorstellen, mit der Sie die Menge an Informationen durch die Interviews sinnvoll kategorisieren und nutzen können: die MoSCoW-Analyse.

Die MoSCoW-Analyse ist eine Methode für das Projektmanagement, mit der ein Projektmanager die Umsetzung der Anforderungen anhand ihrer Wichtigkeit und ihrer Auswirkung priorisieren kann.

MoSCoW ist ein Akronym und steht für:

M – MUST: unbedingt erforderlich

S – SHOULD: sollte umgesetzt werden, wenn alle MUST-Anforderungen trotzdem erfüllt werden können

C – COULD: kann umgesetzt werden, wenn die Erfüllung von höherwertigen Anforderungen nicht beeinträchtigt wird

W - WON'T: wird diesmal nicht umgesetzt, aber für die Zukunft vorgemerkt

MUST Kriterien

MUST-Anforderungen sind solche, die für das Projekt essentiell wichtig und nicht verhandelbar sind. Würde eins der Kriterien auch nur teilweise wegfallen, führt das unweigerlich zum Scheitern des Projekts. MUST ist ebenfalls ein Akronym für Minimal Usable SubseT – und steht für Minimalanforderung.

SHOULD Kriterien

Obwohl SHOULD-Anforderungen nicht erfolgskritisch für die Lösung sind, haben sie eine hohe Relevanz und sollten mit in der Projektumsetzung berücksichtigt werden. SHOULD-Anforderungen können oft über verschiedene Wege umgesetzt werden.

COULD Kriterien

COULD-Anforderungen haben eine geringe Relevanz und werden oft als «nice to have« bezeichnet. Sie werden erst dann berücksichtigt, wenn neben dem wichtigeren Bearbeiten von MUST- und SHOULD-Anforderungen noch Kapazitäten vorhanden sind. Allerdings sollten COULD-Anforderungen nicht grundsätzlich ignoriert werden. Oft können ein paar einfach umzusetzende COULD-Anforderungen einen nicht unerheblichen Mehrwert generieren – bei minimalen, zusätzlichen Entwicklungskosten.

WON'T Kriterien

WON'T-Anforderungen sind für das aktuelle Projekt bzw. den aktuellen Planungsabschnitt von geringster Priorität. Allerdings – und das ist einer der größten Vorteile von MoSCoW – zeigt die Klassifizierung als WON'T, dass die Anforderung fachlich und/oder technisch wichtig, aber nicht zeitlich kritisch ist. So klassifizierte Anforderungen geraten nicht in Vergessenheit und werden dann beim nächsten Release wieder berücksichtigt.

Eine gute WON'T-Liste bewirkt drei entscheidende Effekte:

  • Kein Benutzer muss für das Aufnehmen von Anforderungen kämpfen.
  • Werden zukünftige Erforderlichkeiten überlegt, werden auch aktuelle neu überdacht.
  • Wenn die Designer die zukünftige Planung sehen, können Sie bei der aktuellen Umsetzung schon Vorkehrungen zur späteren Implementierung treffen.

Im Gegensatz zu einer einfachen 1-bis-3-Priorisierung liegen die Vorteile der MoSCoW-Priorisierungsmethode darin, dass klar und nachvollziehbar definiert werden kann, welche Anforderungen zeitkritisch sind und den größten Business Impact haben. Er werden funktionale wie auch nichtfunktionale Anforderungen berücksichtigt.

Abschluss der Phase

Sobald alle Anforderungen erfasst sind, werden sämtliche Informationen zentral in einem Anforderungskatalog hinterlegt und entsprechend der MoSCoW-Methode gewichtet. .

Mein Tipp: Lassen Sie alle Teilnehmer den finalen Anforderungskatalog abschließend sichten. Auf diese Weise erreichen Sie es, dass sich alle nochmal erneut Gedanken bezüglich Anforderungen machen, wodurch Sie noch wichtigen Input und Bemerkungen für die Aufnahme von Anforderungen erhalten können. .

Erst wenn alle Teilnehmer die dokumentierten und gewichteten Anforderungen bestätigt haben, sollte die nächste Phase gestartet werden. Das wird Inhalt meines nächsten Blog-Beitrags sein. .

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